Unfallversicherung

Unfallversicherungsschutz für Schülerinnen und Schüler
durch die DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung)

1 Gesetzliche Grundlage

Die gesetzliche Unfallversicherung regelt das siebte Sozialgesetzbuch (SGB VII). Darin wird der versicherte Unfall definiert als ein Ereignis, das zeitlich begrenzt, von außen auf den Körper einwirkt und zu einem Gesundheitsschaden (auch Verlust oder Beschädigung eines Hilfsmittels) oder zum Tod führt.

Zur gesetzlichen Unfallversicherung gehören Unfälle im Zusammenhang mit dem Schulbesuch ebenso, wie Unfälle im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit; es gelten die gleichen Regelungen.

2 Versicherungsfälle

Versichert sind Unfälle infolge einer versicherten Tätigkeit und der unmittelbare Weg nach und von dem Ort der Tätigkeit, also der Schulweg und der Schulbesuch an sich.

Nicht versichert sind eigenwirtschaftliche Tätigkeiten, die einen überwiegend persönlichen/privaten Nutzen haben, wie z. B. die Toilettennutzung und die Aufnahme von Mahlzeiten.

Versichert sind neben den Wegen von und zur Schule alle Tätigkeiten, die zum organisatorischen Verantwortungsbereich der Schule zählen. Es muss somit zum Unfallzeitpunkt ein unmittelbarer räumlicher und zeitlicher Zusammenhang zur Schule bestehen.

Versichert sind z. B.

  • Tätigkeiten während des Unterrichts einschließlich Arbeitsgemeinschaften, Fördergruppen
  • Teilnahme am Schulsport und an Prüfungen
  • Pausentätigkeiten, Überbrücken von Freistunden, Erledigung von Hausaufgaben in der Schule
  • Aktivitäten im Rahmen einer Schulveranstaltung (Schulfeste, Schülerzeitung, Hausaufgabenhilfe, Schullandheimaufenthalt, Schulausflug, Fahrten und Besichtigungen)
  • Klassenfahrten
  • Unfälle infolge Spielerei und Rauferei; hierbei kommt es auf die Umstände des Einzelfalls an
  • Teilnahme an unmittelbar vor oder nach dem Unterricht von der Schule oder im Zusammenwirken mit ihr durchgeführten Betreuungsmaßnahmen.

Nicht versichert sind z. B.

  • Erledigung von Hausaufgaben im häuslichen Bereich
  • privater Nachhilfeunterricht
  • vorbereitende Handlungen für den Schulbesuch (z.B. Kauf einer Schülermonatsfahrkarte)
  • Freizeitveranstaltungen von Schülern, bei denen die Schule nur organisatorische Hilfe leistet.

(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales)

2.1 Schulweg

Versichert ist der unmittelbare Weg von und zur Schule (unabhängig vom Verkehrsmittel). Wird der Schulweg unterbrochen, so ist der eingeschobene Weg / Handlung nicht versichert. Wird der Schulweg innerhalb von zwei Stunden wieder aufgenommen, ist der restliche Weg wieder versichert.

Wartezeiten auf ein Verkehrsmittel sind versichert, sofern sich das Kind adäquat verhält.

2.2 Pausenhof

Das Spielen im Pausenhof ist bedingt versichert. War das verunfallte Kind am Spiel nicht beteiligt, so ist es versichert. War das Kind am Spiel beteiligt, so wird der Unfall „versicherungsrechtlich berücksichtigt“; den Einzelfall entscheidet das Bundessozialgericht.

3 Statistik zum Schülerunfallgeschehen

Gemäß den Unfallzahlen aus dem Jahr 2009 liegt das Risiko einen Schulunfall zu erleiden bei 7,3 %; das Risiko eines schweren Unfalls, der eine Rentenleisung zur Folge hat bei 0,04 %. Gymnasien haben unter den allgemeinbildenden Schulen nach den Grundschulen die zweitbeste Unfallstatistik.

Unfallschwerpunkte bilden der Pausenbereich und der Schulsport. Im Sportunterricht sind Ballspiele um unfallträchtigsten.

Bei den Wegeunfällen liegt das höchste Unfallrisiko beim Fahrrad fahren.

(Quelle: www.dguv.de)

4 Durchgangsarztverfahren

Die Durchführung der Heilbehandlung soll zunächst durch einen Durchgangsarzt erfolgen. Dieser bestimmt den weiteren Behandlungsverlauf durch den Hausarzt oder einen Facharzt.

5 Praxisgebühr

Praxisgebühr wird bei der Behandlung einer Unfallverletzung nicht fällig.

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